02
Jul

HRV-Herzfrequenzvariabilität

Wofür steht HRV ? Was bedeutet HRV ? 

HRV ist die Abkürzung für Herzfrequenzvariabilität, auch Herzratenvariabi-lität genannt. Genau wie bei der EKG-Messung (Elektrokardiogramm) wird auch die HRV von den Herzströmen abgeleitet. 

Was bestimmt die Herzfrequenzvariabilitäts-Messung / die Herzratenvariabilitäts-Messung ?

Die Herzfrequenzvariabilitäts/Herzratenvariabilitäts (HRV) bestimmt über den Herzschlagrhythmus die Belastbarkeit des Menschen und die Kapazität seines autonomen-Nerven-Systems (ANS) mit Stress umgehen zu können, woraus sich die Erholungs-, Regulations- und Regenerations-Fähigkeit ableiten lässt.  

Wie lange dauert die Herzfrequenzvariabilitäts-Messung / die Herzratenvariabilitäts-Messung und was bestimmt sie ?

In nur ca. 5 Minuten wird durch die, an das Praxispersonal delegierbare EKG-basierte Herzfrequenzvariabilitäts-/Herzratenvariabilitäts-Messung (HRV) das Verhältnis und die Balance von Aktion und Ruhe und der Zustand des autonomen Nerven-Systems (ANS) ermittelt. Somit lässt sich die Erholungsfähigkeit, die Regulationsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit des Herzens und des Gesamt-Organismus, auf verschiedenste Alltagsreize ausgleichend und variabel reagieren zu können, individuell, zuverlässig, reproduzierbar und schnell erfassen. 

Wie funktioniert die Herzfrequenzvariabilitäts-Messung / die Herzratenvariabilitäts-Messung ?

Zur Messung der Erholungsfähigkeit wird der zeitliche Abstand zwischen zwei Herzschlägen gemessen. Ein gesundes Herz kann diese Zeitabstände belas-tungsabhängig flexibel variieren.

Die Herzfrequenzvariabilitäts/Herzratenvariabilitäts-Messung (HRV) misst über zwei Klammer-Elektroden die nicht-invasiv an den Unterseiten der Handgelenke platziert werden, die laufende Abfolge der Herzschläge und bestimmt dabei den zeitlichen Abstand von Herzschlag zu Herzschlag (Intervall R-Zacke zu R-Zacke).

Sind die fortlaufenden Abstände zwischen den Herzschlägen zeitlich ständig leicht etwas unterschiedlich und variabel (in Milli-Sekunden gemessen), dann haben das Herz und die Organe ein gutes Verhältnis zwischen Aktivität /Anspannung (Sympathikus) und Ruhe/Entspannung (Parasympathikus).

Je gleichmäßiger die zeitlichen Abstände von Herzschlag zu Herzschlag werden, desto höher und dominanter ist die Aktivität/Anspannung im Verhältnis zur Ruhe/Entspannung und desto eingeschränkter ist die Kompensationsfähigkeit des Organismus, Stress und jegliche inneren und äußeren Eindrücke zu verarbeiten. Im gleichen Maße ist dann auch die Regenerationsfähigkeit im Schlaf eingeschränkt und der Alterungsprozess somit beschleunigt.  

Welche Bedeutung hat das autonome Nerven-System (ANS) bei der Herzfrequenzvariabilitäts-/Herzratenvariabilitäts (HRV)-Messung ?

Das autonome Nerven-System (ANS) hat bei der Herzfre -quenzvariabilitäts-/Herzratenvariabilitäts (HRV)-Messung die entscheidende Bedeutung, weil es die Grundlage und Gegenstand der HRV-Messung ist.

Das autonome Nerven-System (ANS)

besteht aus den beiden „Gegenspielern“ Sympathikus und Parasympathikus.

Der Sympathikus aktiviert die Herztätigkeit und die Organe in ihrer Primärfunktion und schüttet im Notfall, vermehrt Stress-Hormone wie z.B. Adrenalin aus, um das Überleben durch Kampf oder Flucht mit verstärkter körperlicher Fähigkeit zu sichern. Der Sympathikus-Nerv wird aus diesem Grund oft als Anspannungs- oder Stress-Nerv bezeichnet.

Der Parasympathikus hingegen beruhigt und verlangsamt die Funktion der Herztätigkeit und der Organe und regt somit deren Regenerations- und Reparations-Mechanismen an; der Parasympathikus wird als Ruhe-Nerv oder als Erholungs-Nerv bezeichnet.

Der Sympathikus-Nerv (Aktivität/Anspannung) als auch der Parasympathi- kus-Nerv (Ruhe/Entspannung) sollten beide im gleich Masse ausgeprägt sein. 

Das ist dann der Fall, wenn beim Menschen ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen der sog. Work-Life-Balance besteht, indem sich die Zeiten der qualitativen Ruhe und die Zeiten der Anspannung in gesundem Verhältnis zueinander abwechseln und in stabiler Balance sind. Nur wenn hierbei der Ruheanteil (Parasympathikus) deutlich ausgeprägt ist, kann der Organismus vielfältige emotionale, psychische und körperliche Eindrücke und hin und wieder auftretenden Stress variabel ausbalancieren und sich in der Mitte halten.

Allerdings wird eine gesunde Balance und eine ruhende Mitte halten zu können heutzutage immer schwieriger und seltener, weil an fast jeden Menschen und an sein Funktionieren unterschiedlichste und ständig wachsende Anforderungen im Alltag erwartet und gefordert werden; hierdurch verschiebt sich das Verhältnis von Aktivität und Ruhe einseitig immer mehr in Richtung Aktivität und Anspannung, wobei die Ruheanteile gleichzeitig immer geringer werden. Die Fähigkeit vom autonomen Nerven-System auf unterschiedlichste Eindrücke im Alltag noch ausgleichend und variabel reagieren zu können, nimmt ab.

Die Belastung wird größer und größer und die Erholung nimmt stetig ab, wodurch die Belastung wiederum im dem Masse nochmal umso größer wird, wie sich die Ruhereserven erschöpfen, weil sie die angesammelten Belastungen immer weniger regulierend ausbalancieren können. Die Variabilität verschiedenste Alltags-Anforderungen und Alltags-Eindrücke regulierend ausbalancieren zu können, weicht zuungunsten einer zunehmenden Regulations-Starre. 

Je intensiver und je länger diese Lebens-Situation der Dysbalance und der Prozess der sich erschöpfenden Ruhereserve bestehen bleibt mit zu wenig Ruhephasen, um die Ruhereserven wieder aufzubauen, desto größer wird der Stress, desto leichter und desto chronischer und schwerwiegender wird man krank.

Warum und wie tatsächlich wichtig bei diesem Prozess der Dysbalance von Aktivität und Ruhe das autonome Nerven-System (ANS) für die Gesunderhaltung und erst recht für das wieder Gesundwerden ist, wurde in seiner Bedeutung und Tragweite von der Medizin vor wenigen Jahren anfangs erst langsam aber mittlerweile zunehmend erkannt.

Denn alle wesentlichen Funktionen im menschlichen Organismus stehen in ständiger Wechselwirkung mit dem autonomen Nerven-System (ANS) und im Verhältnis von Aktivität (Sympathikus) und Ruhe (Parasympathikus) und werden wie der Name sagt – autonom – also ohne direkte Möglichkeit der bewussten willentlichen Einflussnahme gesteuert :

  • die Organe
  • die Durchblutung
  • das Lymph-System
  • das Immun-System 
  • das Verdauungs-System und 
  • das Hormon-System 

Genau diese ständige Wechselwirkung aller wesentlichen o.g. Funktionen im menschlichen Organismus mit dem autonomen Nerven-System (ANS) und genau dieses Verhältnis von Aktivität (Sympathikus) und Ruhe (Parasympathikus) leitet die Herzfrequenzvariabilitäts-/Herzraten -variabilitäts-Messung (HRV) aus der Variabilität der Abfolge der Herzschläge ab. (Intervall R-Zacke zu R-Zacke)

Sind die Herzschläge in ihrer zeitlichen Abfolge im Abstand zueinander variabel, ist auch das Verhältnis von Aktivität (Sympathikus) und Ruhe (Parasympathikus) und somit das autonome Nerven-System (ANS) variabel in seiner (Stress-) Regulation und umgekehrt.

Daher entspricht eine variable Herzschlagabfolge (Herzfrequenzvariabilitäts-/Herzratenvariabilität (HRV)) einem variablem autonomen Nerven-System i.S. eines variablen und ausbalancierten Verhältnisses von Aktivität und Ruhe (Sympathikus und Parasympathikus) unterschiedlichste Alltagseindrücke variabel ausgleichen und ausbalancieren zu können und umgekehrt.

Daher kann man aus der Variabilität der Abstände der Herzschläge zueinander über das autonome Nerven-System (ANS) auf den Zustand aller wesentlichen o.g. Funktionen im menschlichen Organismus und somit auf den allgemeinen Gesundheitszustand schließen.

Ist die HRV-Messung wissenschaftlich belegt ?

Die HRV wird seit über 60 Jahren in der medizinischen (Grundlagen-) Forschung untersucht und ist mit mittlerweile über 48.000 internationalen Publikationen und Studien in seiner Bedeutung und diagnostischen Genauigkeit, den individuellen Zustand des autonomen Nerven-Systems /ANS) beim Menschen abzubilden, hinlänglich belegt.

Siehe größte Bibliothek für medizinische Publikationen und Studien :

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=heartratevariability

Wo wird die Herzfrequenzvariabilitäts-Messung / die Herzratenvariabilitäts-Messung eingesetzt ?

Die HRV ist weltweit in Universitäts-Kliniken und Krankenhäusern in der Anästhesie, Rehabilitation und Sportmedizin und auch in der Kardiologie im Einsatz. 

In der Arbeits-Medizin wird die HRV vielfach bei der Früherkennung von stress-bedingten kardio-vaskulären Erkrankungen verwendet. 

Was sind die Vorteile der Herzfrequenzvariabilität/Herzratenvariabi-lität (HRV) im therapeutischen Praxis-Alltag ?

Die HRV leistet im Praxis-Alltag viele Vorteile für den Arzt bzw. für den Heilpraktiker und vor allem für den Patienten und hat sich daher sehr bewährt und erfährt zunehmendes Interesse.

Vorteile :

  • wissenschaftlich belegte und präzise EKG-basierte Ermittlung des individuellen Stressfaktors und der Regulations- und Regenerations-fähigkeit über das Verhältnis des autonomen zum vegetativen Nervensystems (ANS)
  • genaue, schnelle, zuverlässige, reproduzierbare und delegierbare Eingangsdiagnostik; auch zur Therapieplanung
  • gesundheitliches Risiko-Profiling ermittelt innerhalb von 5 Minuten, ob Patient eine Tendenz zum Herzinfarkt bzw. zum Schlaganfall hat
  • bedienerfreundliche Handhabung ermöglicht leichte und schnelle Implementierung in den Alltags-Praxisablauf 
  • Darstellung des autonomen Nervensystems in Echtzeit/Realtime durch Monitoring-Funktion – (Biofeedback-Übungen)
  • Hochleistungs- und Freizeit-Sportler können gemäß der aktuellen eigenen und individuellen Leistungs-Kapazität optimal betreut werden, was ein Übertraining bzw. Unterforderung vermeidet
  • Praxis-Therapie-Maßnahmen können dem Patienten gut nachvollziehbar und sichtbar gemacht werden und erhöhen die Compliance der angeratenen Therapie-Maßnahmen (z.B. Akupunktur, Ernährungs-Therapie, Bioresonanz, Sauerstofftherapie, Atemtherapie (RSA), NEMs etc. können durch   Vorher- nachher- Messung)
  • Bestimmung des biologischen Alters als Bestätigung guten Lifestyles bzw. Motivationshilfe zur Lifestyle-Änderung des Patienten
  • ansprechende, leicht verständliche und druckbare Auswertung der HRV-Messwerte kann dem Patienten mitgegeben werden  
  • HRV-Mess-Ergebnisse können dem Patienten als ansprechender und verständlicher Ausdruck mitgegeben werden, was Patienten-Bindung
  • umfangreiches Support- und Schulungs- Programm über Webinare, authentische Seminare und Teamviewer

Was sind gute/hohe Herzfrequenzvariabilitäts-Werte /Herzraten-variabilitäts-Werte und Normwerte ?

Gute Herzfrequenzvariabilitäts-Werte/gute Herzratenvariabilitäts-Werte sieht man, wenn der Stress-Index (SI) im Normbereich bzw. nicht zu hoch und die Gesamt-Energie (TP-Total Power) nicht zu schwach ist.                                                                    Vor allem erkennt man eine gute Herzfrequenzvariabilität/Herzratenvariabili-tät an einer ausgeprägten und quantitativ hohen Parasympathikus-Aktivität, also an der Fähigkeit, sich zu erholen und zu regenerieren. Damit geht einher, dass ebenso die Fähigkeit zur Regulation im hohen Maß vorhanden ist. Dies lässt sich eindeutig durch die respiratorische Sinusarrhythmie (RSA) durch tiefes Ein- und Ausatmen während der Herzfrequenzvariabilitäts-Messung (HRV) ermitteln. Denn wenn durch das tiefe Ein- und Ausatmen die o.g. HRV-Werte und die Herzfrequenzvariabilität (HRV) deutlich gebessert werden, besteht eine gute Regulations-Kapazität und Erholungsfähigkeit.

Was sind niedrige/schlechte Herzfrequenzvariabilitäts-Werte/Herzratenvariabilitäts-Werte ?

Niedrige/schlechte Herzfrequenzvariabilitäts-Werte/Herzratenvariabilitäts-Werte sieht man, wenn der Stress-Index (SI) nicht im Normbereich bzw. sehr hoch bis zu hoch und der Sympathikus anteilig zu hoch und zu dominant ist.                                                         Die Gesamt-Energie (TP-Total Power) ist oft gering bis sehr gering.                            Vor allem erkennt man eine niedrige Herzfrequenzvariabilität/Herzratenvaria-bilität an einer verminderten bis stark und sehr stark verminderten Parasym-pathikus-Aktivität, also an der Fähigkeit sich nur noch eingeschränkt bis fast gar nicht mehr erholen und regenerieren zu können. Damit geht einher, dass die Fähigkeit zur Regulation reduziert, bis deutlich reduziert sein kann.                                                                                    Dies lässt sich eindeutig wie oben beschrieben durch das tiefe Ein- und Ausatmen während der Herzfrequenzvariabilitäts(HRV)-Messung ermitteln. Wenn die HRV-Werte und die Herzfrequenzvariabilität (HRV) sich durch das Atmen nicht verändern oder sich sogar verschlechtern, besteht eine deutlich reduzierte Regulations-Kapazität bzw. ggfs. sogar eine Regulationsstarre. 

Warum wird die Herzfrequenzvariabilität (HRV) eingesetzt ?

Sind Menschen verschiedenen Arten von Stress durch Beruf, Privatleben, Schadstoffen, Mangel an essentiellen Mikro- und Makro-Nährstoffen, Elektrosmog, Erkrankung etc. ausgesetzt, können in den HRV-Messwerten sicher und zuverlässig beginnende Defizite in der Regulations- und Kompensations-Fähigkeit frühzeitig erkannt werden und man kann dann meistens gut präventiv gegensteuern; wohingegen Menschen mit einer dauerhaft reduzierten Herzfrequenzvariabilität (HRV) entwickeln auf lange Sicht oft schwerwiegende Erkrankungen am HERZ-Kreislauf-System, leiden unter Schlaflosigkeit, Depressionen, Diabetes, Neuropathien bis hin zu Krebs-Erkrankungen. Dies ist wissenschaftlich durch zahlreiche Publikationen bestätigt und bewiesen. 

Buchempfehlungen :

Dr. med. Markus Peters – Gesundmacher Herz – Wie es uns steuert, verbindet und heilt

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.amazon.de zu laden.

Inhalt laden

Prof. Kuno Hottenrott – DIE GEHEIMNISSE DES INDIVIDUALISIERTEN TRAININGS: Der Orthostatic Test im Ausdauersport. Wissenschaftliche Erkenntnisse und die Gestaltung des eigenen Trainings

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.amazon.de zu laden.

Inhalt laden

Prof. Kuno Hottenrott – Herzfrequenzvariabilität – Grundlagen – Methoden – Anwendungen

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.amazon.de zu laden.

Inhalt laden

Christian W. Engelbert – Herzbalance: Wie Sie Ihr Herz unterstützen und stärken und Ihr inneres Gleichgewicht finden

https://www.amazon.de/s?k=christian+w.engelbert&__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&ref=nb_sb_noss

Dr. med. Ursula Eder – Dr. med. Franz J. Sperlich – Das Parasympathikus-Prinzip: Wie wir mit nur wenigen Atemzügen unseren inneren Arzt fit machen

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.amazon.de zu laden.

Inhalt laden

Die Herzintelligenz-Methode

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.amazon.de zu laden.

Inhalt laden

Der Puls des Lebens

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.amazon.de zu laden.

Inhalt laden